Gestern nahm ich an der Verleihung der
Big Brother Awards teil, dieser jährlich verliehenen Beton-Statuetten, die niemand erhalten will:
In der Kategorie "Staat" räumte dieses Jahr die Gemeinde Emmen und ihr Sozialinspektor Odermatt ab. Der Award wurde verliehen für erfolgreiche Bespitzelung und Kontrolle von Emmener SozialhilfebezügerInnen. Eine Bevölkerungsgruppe wird systematisch durch einen Sozialinspektor (was für ein Unwort) überwacht, als wäre es ein Verbrechen, nicht reich zu sein!
Der "Erfolg" des Sozialinspektors war denn auch nur sehr bescheiden, wie die
NZZ bereits Ende Juni berichtete - zum Glück, sonst würde wohl das schlechte Beispiel aus Emmen noch anderswo Schule machen.
Die übrigen Preisträger (es waren dieses Jahr nur Männer) des Bigbrother Awards sind in der
Medienmitteilung gelistet.
Der (positive) Winkelried-Award ging an die Menschenrechtsgruppe
augenauf für ihre Patenaktion bei der
Prepaid-Mobilfunk Registrierung für Menschen mit N- und F-Ausweisen (AsylbewerberInnen, vorläufig aufgenommene). (Dass diese durch
BüPF und
VüPF vorgeschriebene Registrierung ein Witz ist und ausser Kosten für die
Telekommunikationsindustrie kaum etwas bringt, sei hier auch noch angemerkt).
Kleine Notiz im heutigen Tagi (Printausgabe): Der Stadtrat von Kloten will keinen Sozialinspektor anstellen ... Dieser koste über 120'000 Franken pro Jahr. Um diesen Betrag zu amortisieren, müssten 2.6% der Sozialhilfe missbräuchlich sein, und dies sei
Aufgenommen: Dez 17, 17:31