«Und jetzt die Parkgebühren!»
Fast doppelt so viele Fahrgäste, «Landbote» vom 1. Februar.
Es ist erfreulich, dass der Bruderhaus-Bus, der dank einem SP-Vorstoss aus dem Jahr 2002 eingeführt worden ist, Erfolg hat. Offensichtlich entspricht er einem breiten Bedürfnis der Bevölkerung, die das Naherholungsgebiet Bruderhaus-Eschenberg ohne Abgase und Lärm geniessen möchte.
Die im Artikel erwähnten Lotsen werden jedoch nur sehr sporadisch eingesetzt, und deshalb ist der Autoverkehr im Wald meistens nicht reguliert und überbordet an schönen Wochenenden; so beispielsweise auch am Sonntag, 15. Januar. Trotz geschlossenem Bruderhaus-Restaurant und Minustemperaturen stauten sich die Fahrzeuge vor dem vollen Parkplatz. In der letzten Sitzung des Grossen Gemeinderats wurde anlässlich der Debatte zu meiner Bruderhaus-Interpellation von praktisch allen Parlamentariern von links bis rechts eine Bewirtschaftung der Bruderhaus-Parkplätze gefordert. Sogar die SVP hat sich für Parkgebühren ausgesprochen. Nur der Grüne (!) Stadtrat Matthias Gfeller will von einer Bewirtschaftung nichts wissen. Dass man als Exekutiv-Politiker seine ursprünglichen Ideale derart über Bord werfen kann, ist sehr bedenklich.
Der 12er Bus soll ganzjährig und an besonders schönen Tagen im 15-Minuten-Takt fahren, und gleichzeitig muss der Stadtrat endlich Parkgebühren einführen. Ist nämlich der Parkplatz «oben» im Bruderhaus voll, muss «unten» im Waldheim respektive im Seemerbuck automatisch mittels Barriere die Zufahrt für weitere Fahrzeuge verhindert werden, oder zumindest sollte ein Parkleitsystem automatisch eine entsprechende Anzeige auslösen. Die Parkgebühren dürfen dabei durchaus moderat sein, viel wichtiger ist, dass Autos nicht mehr «unnütz» in den Wald fahren
und das Naherholungsgebiet von Immissionen geschützt wird. Doch der Stadtrat baut lieber noch weitere 30 Parkplätze beim Restaurant Eschenberg. Diese werden zwar vom Kanton per Sonderbewilligung und der unmissverständlichen Empfehlung einer Bewirtschaftung geduldet, der Stadtrat jedoch zeigt weiterhin keine Ambitionen, für hiesige Spaziergänger(innen) etwas Gutes zu tun. Die Autofahrer(innen) aus Aargau, Thurgau und Deutschland stehen ganz offensichtlich weiter oben in der stadträtlichen Hackordnung.
Die Swisscom wird sich bewegen müssen, Ausgabe vom 22. September
Dass der Stadtrat von Winterthur mittels Pressemitteilung eine Schriftliche Anfrage vom Gemeinderat innert zwei Tagen teilweise beantwortet, ist sehr ungewöhnlich. Eigentlich könnte er sich drei Monate Zeit lassen, um Grundsätzliches zur Glasfaserpolitik in Winterthur zu erörtern. Doch Stadtrat Matthias Gfeller flüchtet nach vorn, weil er seine Felle davonschwimmen sieht.
Blenden wir zurück: 2007 stimmte die Stadtzürcher Bevölkerung über einen 200-Millionen-Kredit ab, um die Infrastruktur der Zukunft grosszügig auszubauen. Ein Postulat der SP-Fraktion im gleichen Jahr, das einen Ausbau auch in Winterthur forderte, wurde vom Gemeinderat abgelehnt. Dennoch begann Stadtwerk trotz fehlendem politischem Auftrag mit präjudizierenden Glasfaserpilotprojekten. Stadtrat Gfeller wurde seither nicht müde, die «demnächst anstehende» Abstimmung über den Glasfaserausbau anzukündigen.
Inzwischen wurden in diversen Städten Glasfaser-Ausbauprojekte angestossen – immer mit dem Verweis auf den Standortvorteil. Doch in Winterthur läuft auch Ende 2011 nur wenig. Der Kooperationsvorvertrag mit Swisscom ist nach der Intervention der Wettbewerbskommission (Weko) Makulatur. Swisscom-CEO Carsten Schloter sagte an der Medienkonferenz zur Sistierung der Verträge: «Wir sind um zwei Jahre zurückgeworfen.» Weshalb der Stadtrat von einer Verzögerung von bloss drei Monaten spricht, bleibt sein Geheimnis.
Stadtwerk ist Mitglied im Glasfaser-verband OpenAxs und betet dessen Lehrmeinung nach, die jedoch nur mit finanziellem Engagement der Energieversorger einigermassen funktioniert. Ein Blick zu deutschen Stadtwerken würde zeigen, dass man mit anderem Konzept erfolgreich Glasfasern und schnelles Internet betreiben könnte. Doch der Stadtrat verschliesst sich diesen Argumenten, die ich seit 2009 in einer Interpellation und zwei Schriftlichen Anfragen vorgebracht habe.
Das angekündigte Glasfaserprojekt von Stadtwerk wird mit jedem weiteren Tag Verzögerung unglaubwürdiger. Aus finanzpolitischen Überlegungen gibt es nur einen Weg: Stadtwerk beendet das Glasfaserabenteuer und überlässt das Feld der Swisscom. Der Telekomregulator wird ein Auge drauf haben, dass die gebauten Fasern allen Anbietern zu gleichen und fairen Konditionen offenstehen, und auch Swisscom hat sich dazu verpflichtet. Für einen funktionierenden Wettbewerb braucht es Stadtwerk nicht. Glasfasern kommen so oder so nach Winterthur, egal wie eine allfällige Volksabstimmung ausgeht. Bleibt Stadtwerk abseits, dauert es einfach etwas länger, bis auch das letzte Winterthurer Quartier versorgt ist. Dafür würden Millionen von «verlochten
» Gebührenfranken gespart.
Über das Fahrverbot sind nicht alle erfreut, «Landbote» vom 11. August.
Leider kommt im Artikel zur Bruderhaus-Verkehrsproblematik die wichtigsteZielgruppe des Naherholungsgebietes Eschenberg kaum zu Wort: die Stadtbevölkerung, die sich im Wald nah-erholen» und in guter Luft und Ruhe spazieren möchte. Doch an jedem schönen Wochenende wird einem die Ruhe vergällt, weil sich eine Verkehrslawine durch die schmalen Waldstrassen quält. Die Zufahrt übers Waldheim endet abrupt an belegten Parkplätzen bei der Buswendeschlaufe im Bruderhaus. Buspassagiere, zwar via Breite ungehindert zum Ziel transportiert, müssen in einer Abgaswolke aussteigen, denn genau dort wendet der Parkplatzsuchverkehr. Illegal parkierte Fahrzeuge verhindern ein vernünftiges Durchkommen der Fussgängerinnen und Fussgänger. Mit einem Kinderwagen wird der Sonntagsspaziergang zum Spiessrutenlauf.
Barrieren beim Waldheim und beim Seemerbuck sind unabdingbar, wie sie im Verkehrskonzept vorgesehen sind. Dabei ist es irrelevant, ob 93, 100 oder 150 kostenfreie oder -pflichtige Parkplätze im Eschenbergwald markiert sind. Viel wichtiger ist, dass nur so viele Autos Zufahrt haben, wie Platz vorhanden ist und die überzähligen Fahrzeuge zum Park&Ride im Teuchelweiher geleitet werden. Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb Stadtrat Matthias Gfeller weiterhin «abwarten und der Entwicklung zusehen» will. Das bisher nur halb umgesetzte Verkehrskonzept ist gescheitert, es braucht eine funktionierende Pförtneranlage samt Integration ins Parkleitsystem. Der Stadtrat ist hiermit aufgefordert, endlich mit den Barrieren vorwärtszumachen, damit der Eschenberg bald wieder ein richtiges Naherholungsgebiet wird.